Browser Weiterleitung

Was ist ein Browser-Hijacker?

Ein Browser-Hijacker ist eine Software, die ohne Zustimmung des Nutzers Browser-Weiterleitungen zu ausgewählten Websites und Landingpages auslöst. Browser-Weiterleitungen heißen so wegen der Wirkung, die sie auf die Browser haben, in die sie sich einbetten. Softwareanwendungen aus dieser Kategorie können nämlich den Browser übernehmen, indem sie die Konfigurationen des Nutzers überschreiben und ihre eigenen installieren. Beispiele dafür sind das Festlegen einer neuen Startseite, das Ändern der Standardsuchmaschine und manchmal sogar das Einführen einer neuen Toolbar in die Browseroberfläche.

 

Browser Redirect

Zusätzlich lösen diese Programme sogenannte Seitenweiterleitungen aus, von denen der Begriff „Browser-Redirect“ stammt. Eine Seitenweiterleitung liegt vor, wenn Ihr Browser automatisch eine neue URL im aktuellen Tab lädt oder spontan einen neuen Tab öffnet, um diese URL zu laden.

Browser-Hijacker werden sehr häufig mit Computerviren in Verbindung gebracht, obwohl es sachlich falsch ist, diese Begriffe austauschbar zu verwenden. Browser-Redirects oder Hijacker sind tatsächlich nicht bösartig und besitzen nicht die Eigenschaften, die nötig wären, um dem infizierten Computer echten Schaden zuzufügen – ganz im Gegensatz zu Viren.

Stattdessen wäre es genauer, solche Programme als potenziell unerwünscht oder als PUPs zu bezeichnen. Denn trotz ihrer relativen Harmlosigkeit gibt es eine Reihe von Problemen, die sie zu einer unerwünschten Präsenz im Betriebssystem machen. Auf diese Punkte möchten wir weiter unten in diesem Artikel näher eingehen.

Wie infiziert ein Browser-Hijacker Sie?

Wenn infizierte Nutzer eine solche Anwendung zum ersten Mal auf ihrem Gerät sehen, wissen sie in den meisten Fällen nicht, woher sie stammt. Das liegt daran, dass die Entwickler dieser Softwareart auf Tarnmethoden setzen, um sie erfolgreich zu verbreiten, am häufigsten auf Software-Bundling. Dabei nimmt der Entwickler den Browser-Hijacker normalerweise in das Setup eines anderen Programms auf, typischerweise eines kostenlosen Systemoptimierungstools oder eines ähnlichen Programms. Der Hijacker wird als optionale Installation aufgenommen, was bedeutet, dass Nutzer normalerweise die Möglichkeit hätten, ihn aus dem Installationsprozess auszuschließen.

Wenn der Nutzer jedoch die Standard-Installationseinstellungen dieses Optimierungstools auswählt, was meistens der Fall ist, wird die zusätzliche Komponente, in diesem Szenario der Browser-Hijacker, automatisch ebenfalls installiert. Der Haken ist, dass diese Information dem Endnutzer im Allgemeinen vorenthalten wird und er erst im Nachhinein davon erfährt.

Was kann ein Browser-Hijacker tun?

Browser-Hijacker erfüllen im Allgemeinen einen Zweck: bezahlte Werbung zu erzeugen. Sie sind in gewisser Weise Werbetools, und ihre Ersteller verdienen Geld mit Klicks auf die Anzeigen, die sie während der Browsersitzungen auf den Bildschirmen der Nutzer anzeigen.

Vor diesem Hintergrund kann man erneut sehen, dass sie keine böswilligen Absichten haben. Die Probleme entstehen durch die Praktiken, in die diese Softwareprodukte häufig verwickelt sind, um ihre Gewinne aus diesen Klicks zu maximieren.

Hijacker sammeln nämlich sehr oft Daten aus Ihrem Webbrowser, um ihre Online-Anzeigen zu optimieren und sie auf jeden einzelnen Nutzer zuzuschneiden. Dies wird dem betreffenden Nutzer selten klar mitgeteilt, genauso wenig wie der Installationsprozess selbst, und es stellen sich viele Fragen dazu, wie die gesammelten Informationen außer für Zielwerbung noch genutzt werden können.

Außerdem setzen Browser-Hijacker Nutzer, wie Sie wahrscheinlich bereits vermutet haben, großen Mengen unerwünschter Webziele aus. Unter den zahlreichen Websites und Seiten, auf die Browser-Redirects verlinken können, können sich unsichere befinden, die potenziell zu Malware-Infektionen führen, darunter höherklassige Malware wie Trojaner oder Ransomware.

Wie entfernt man einen Browser-Hijacker?

Jeder, der schon einmal einen Browser-Hijacker auf seinem Computer hatte, weiß, dass ihre Entfernung schwieriger ist als die Deinstallation normaler Programme, weil die Entwickler absichtlich keine offensichtliche Deinstallationsoption einbauen. Daher müssen Nutzer selbst herausfinden, wie und wo sie alle Komponenten des Hijackers finden, der sich in ihrem System eingenistet hat. Und wenn Sie eine übersehen, kann dieses verbliebene Softwareteil oft ausreichen, damit sich der Hijacker wieder auf dem Computer installiert, was sehr frustrierend und zudem verdächtig sein kann.

Um Hijacker effektiv loszuwerden, ist es daher eine gute Idee, den Computer mit einem professionellen Malware-Entfernungstool scannen zu lassen. Alternativ gibt es spezielle Entfernungsguides für bestimmte Browser-Hijacker. Wenn Sie die genaue Variante bestimmen können, die Ihr System infiziert hat, besteht sogar die Chance, dass wir bereits eine Anleitung dafür erstellt haben; genau diesem Zweck ist diese Kategorie gewidmet.